Design Thinking ist eines der Trendthemen in der Businesswelt. Häufig wird der Begriff als Schlagwort auf Firmenwebseiten, LinkedIn-Profilen und Artikeln präsentiert. Doch was so häufig als Design Thinking angepriesen wird, spiegelt nur selten die Aspekte der Methodik wieder. In diesem Beitrag erklären wir, wodurch sich Design Thinking wirklich auszeichnet und wo die Stärken und Schwächen der Methode liegen.

Das Problem mit den Problemen

Klassische Probleme haben jahrzehntelang die Wirtschaftswelt dominiert: Welche Struktur ist die beste für unsere Firma? oder Wie können wir die Umsätze steigern? Das Problem ist übersichtlich und klar definiert. Ziele, Hindernisse und Erfolgskriterien sind bereits vor der Lösungssuche bekannt.

Die Industrie hat sich in den letzten Jahren rasant geändert. Eine neue Komplexität und Dynamik zeichnet die Probleme dieser Tage aus. Die Situationen sind unüberschaubar und schwer zu strukturieren – Ziele und Hindernisse werden erst während des Prozesses entdeckt. Mit den Wünschen der Benutzer ändern sich auch die Erfolgskriterien im Sekundentakt.

Der klassische, analytische Ansatz zur Problemlösungen hilft in diesen Situationen nicht weiter. Traditionelle Methoden zur Problemdefinition und -strukturierung werden der Mehrdeutigkeit unserer Zeit nicht gerecht. Dynamische Situationen erfordern Innovation und Anpassungsfähigkeit und nicht Analyse nach Schema F. Denn letztendlich dreht sich eine reine Analyse nur um das, was ist, und versperrt den Blick auf das, was sein könnte.

Innovation ist kein Zufall

Design Thinking ist eine Methode zur systematischen Generierung von innovativen Lösungen für komplexe Probleme. Wahre Innovation findet sich in der Schnittmenge von Machbarkeit, Rentabilität und Attraktivität. So gelingt es die Bereiche Technologie, Business und Mensch zu vereinen. 

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist ein diversifiziertes Team essentiell. Je vielfältiger die Fachkenntnisse und Ansichten der einzelnen Mitglieder, desto zahlreicher und origineller sind die Ideen. Oft wird Design Thinking als Wunderwaffe für nutzerzentriertes Design dargestellt. Jedoch ist auch das intuitivste und benutzerfreundlichste Konzept wertlos, wenn es technisch nicht umsetzbar oder nicht rentabel ist. Deshalb muss das Team wirklich alle Bereiche der Problemstellung widerspiegeln. 

Nichtsdestotrotz ist die Beschreibung als Wunderwaffe für Nutzerfreundlichkeit nicht aus der Luft gegriffen. Das Erfolgskriterium ist und bleibt die Akzeptanz des Users. Die Umstände des Benutzers sind also Ausgangspunkt für jede Lösung. Dementsprechend sind Einfühlungsvermögen und aufmerksames Beobachten ein weiteres Grundprinzip von Design Thinking.

Fehler werden vor allem in der frühen Testphase bewusst provoziert und studiert. So werden neue Erkenntnisse über den Nutzer und den Prozess gewonnen. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die iterative Vorgehensweise. Ständiges Testen und Prüfen vertieft zudem das Verständnis.

Design Thinking Prozess

Pros, Kontras und Einsatzgebiete

Design Thinking erfreut sich nicht ohne Grund einer stetig wachsenden Beliebtheit. Die Methode ist eines der erfolgreichsten Tools um mit der Komplexität unserer Zeit umzugehen. Design Thinking hat sich zurecht als unumgängliches Tool in der Arbeitswelt etabliert: 79% der Führungskräfte weltweit halten diesen Ansatz für (sehr) wichtig. Neben den erarbeiteten Lösungen bieten auch die zusätzlichen Einblicke in Problem und Nutzer einen unschätzbaren Mehrwert.

Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sind ein weiterer Pluspunkt: Von Politik bis Bildung – Erfolgsgeschichten lassen sich in fast jedem Zusammenhang finden. Apples erste Maus hat die Tech-Welt genauso revolutioniert wie es die Nieren Transportbox LifePort mit der Medizin getan hat. Beide Produkte sind mit hilfe von Design Thinking entstanden.

Doch selbstverständlich hat auch Design Thinking einige Nachteile. Der Prozess ist sehr zeit- und kostenintensiv. Zudem hängen die Ergebnisse vom Mindset der Mitglieder ab. Ein anderes Team kommt höchstwahrscheinlich zu einer völlig anderen Lösung (was natürlich nicht nur als Nachteil gesehen werden muss). Zudem ist Design Thinking nicht das Allzweck Heilmittel als das es manchmal dargestellt wird. Klassische, analytische Probleme sind nicht ganz von der Bildfläche verschwunden. In diesen Situationen wäre dieser ausgiebige Prozess viel zu kostspielig und bringt mitunter nicht die gewünschten Ergebnisse.

Wir sind alle Design Thinker

So vielfältig wie die möglichen Anwendungen von Design Thinking sind auch die Anwender selbst. Die Methode bringt außerordentliche Lösungen für den Praktikanten genauso wie für den CEO – egal ob Sie Software programmieren oder in der Medizin arbeiten.

Design Thinking ist letztendlich viel mehr als eine Methode aus dem Lehrbuch. Zum Design Thinking gehört ein passendes Mindset, tiefgreifendes Verständnis für die Prozessgestaltung und ganz viel Übung. 

Wie für jede großartige Fertigkeit gilt: Sie werden nicht über Nacht zum Design Thinker. 

Um zu lernen, wie Sie Innovation zum festen Bestandteil Ihrer Arbeit machen, müssen Sie selbstverständlich Zeit und Mühe investieren. 

Dieser Aufwand lohnt sich aber in jedem Fall: Denken Sie nur daran, wieviel Zeit und Geld Sie schon im Kampf mit scheinbar undurchdringlichen Problemen und irreführenden Lösungswegen verloren haben.

Die gute Nachricht: Sie müssen keineswegs alleine in die Schlacht ziehen. In unserem Design Thinking Workshop lernen Sie den Prozess kennen, können erste Erfahrung in praktischen Projekten sammeln und entwickeln die dazugehörige Mentalität. Erst mit diesem Rüstzeug werden Sie zum Vordenker. 

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