In unserem ersten Beitrag zu User Personas haben wir erklärt, warum Personas einen wichtigen Teil der Produktentwicklung darstellen: Sie bieten eine greifbare Vision für alle Beteiligten und dienen als hervorragende Kommunikationsbasis im gesamten Entscheidungsprozess.

Hier nochmal zum Nachlesen: User Personas Teil 1

So erstellen Sie User Personas für Ihr Projekt

Bei der Erarbeitung einer Vision für Ihr Produkt ist es unumgänglich, sich Gedanken über die zukünftigen Stakeholder zu machen. Hierbei gibt es unterschiedliche Zielgruppentypen, die eine Rolle spiele, wie beispielsweise Kunden, Benutzer oder Verkäufer.

Um Ihre Zielgruppe zufriedenzustellen, ist es notwenig, die zukünftigen User des Produktes kennenzulernen. Dafür reicht es aber nicht aus, die eigenen Mitarbeiter zu befragen (z.B. durch Feedbackbögen).

Ihre Benutzer und deren Wünsche und Bedürfnisse müssen verifiziert sein, um sicherzustellen, dass Ihre Personas auch den Wünschen und Bedürfnissen Ihrer tatsächlichen User entsprechen und Ihr Produkt gerne genutzt und gekauft wird.

Eine Einschränkung der Zielgruppe ist essentiell. Wer es jedem recht machen will, erreicht letztendlich gar nichts. Konzentrieren Sie sich auf die Hauptbedürfnisse Ihrer wichtigsten Benutzergruppen.

“Stellen Sie sich ein Auto vor, das die Bedürfnisse aller Benutzer abdeckt. Würde Ihnen dieses Auto gefallen? Überlegen Sie sich dies aus der Perspektive eines Familienvaters, Teenagers, Managers, Millionärs, etc.” – Thomas Grill

Schritt 1 – Der erste Schritt zur Persona

Der erste Schritt um eine Persona zu erstellen, befasst sich mit dem Sammeln von verfügbaren Informationen in Ihrem Umfeld. Holen Sie sich alle Beteiligten an Bord, die Input liefern können und erstellen Sie unter Verwendung verschiedener Methoden wie z.B. Brainstorming oder Zielgruppen Workshops, ein erstes Bild einer Persona – eine sogenannte Proto-Persona. Diese bietet eine gute Grundlage.

Um sich jedoch auf eine Persona verlassen zu können, ist es wichtig, die gesammelten Informationen auch zu überprüfen. Dies geschieht durch beispielsweise Interviews oder Fokusgruppen (Methoden in der User Research). Hier ist es wichtig, die richtigen Personen zu befragen und dadurch die zuvor erhobenen Daten der Proto-Persona zu verifizieren.

Schritt 2 – Identifizierung der relevanten Zielgruppen

Auf Basis der verifizierten Ergebnisse aus Schritt 1, werden die relevanten Zielgruppen identifiziert und extrahiert. Diese bilden dann die Basis für die Eigenschaften der potenziellen Zielgruppen für das Endprodukt.

Schritt 3 – Visualisierung der Persona

Personas dienen als Kommunikationsmedium, wie wir im letzten Blogpost zum Thema Personas gehört haben. Es gibt im Netzt die verschiedensten Vorlagen und Beispiele, wie Personas definiert werden können.

Im Grunde spiegelt eine Persona eine bestimmte Zielgruppe wieder, daher ist es wichtig die jeweilige Persona auf die entsprechende Zielgruppe abzustimmen. Beispielsweise könnte es für manchen Produkte wichtig sein, welchen Schulabschluss eine Persona hat, für andere Produkte ist dies wiederum nebensächlich.

Als Richtlinie, um eine Persona sinnvoll darzustellen sollte jedoch zumindest folgende Merkmale enthalten sein:

DEMOGRAPHIE 
Geschlecht, Alter, Wohnort, Beruf und Tätigkeitsbereich, Familienstand, Finanzstatus

PERSÖNLICHKEIT 
Charaktertyp, Hobbies, Ziele, Frustrationen, Biographie, Charaktereigenschaften, Technische und Soziale Fähigkeiten. 

BEZIEHUNG ZUM PRODUKT
Hat die Person Vorkenntnisse zum Produkt? In welchem Kontext setzt sie das Produkt ein? Was sind ihre Beweggründe? Warum würde sie das Produkt verwenden?

Gestalten Sie Ihre Persona so realistisch wie möglich. Entwickeln Sie entsprechende Beschreibungen, Motivationen und Erwartungen. Geben Sie aber nicht zu viele persönliche Informationen an, seien Sie relevant und fokussiert. Die Persona muss mit wenigen Worten auskommen können, denn je einfacher und präziser, desto besser erkennbar wird die Persona!

Haben Sie Ihre Personas nochmal überprüft?

Recherchieren Sie, bevor Sie die User Personas erstellen. Bleiben Sie nicht an groben Proto-Personas hängen. 

Natürlich kennen Marketing und Sales die Käufer. Aber haben diese auch die relevanten Informationen für die User Ihres Produktes?

“Ich habe selbst ein Handy, ich weiß was die Benutzer brauchen …” – Annahmen können gefährlich sein und eine Verallgemeinerung kann einfach an den realen Bedürfnissen vorbeigehen. Die Überprüfung der realen Anforderungen kann zu einem Produkt mit höherer Kundenzufriedenheit und Akzeptanz führen. 

Personas können sich auch im Laufe des Projektes ändern. Sie erfahren mehr über Ihre Benutzer, wenn diese das Produkt verwenden. Sehen Sie den Prozess der Persona-Erstellung, wie auch viele andere Gebiete im UX Bereich, als iterativ an.

Zusammenfassung

Personas helfen, das Produkt aus Sicht der Zielgruppe zu sehen und daraus die nötigen Schritte für eine erfolgreiche Produktentwicklung abzuleiten. Dadurch wissen Sie, wer Ihre Endnutzer sind und können auf Basis dieser Informationen Ihre Anforderungen anpassen. Durch Personas stellen Sie sicher, dass Sie nicht an den Bedürfnissen der Kunden vorbei entwickeln. Das erspart Ihrem Unternehmen Zeit und Geld, denn es gilt: je weiter eine Produktentwicklung fortgeschritten ist, desto kostspieliger wird es, Fehler auszubessern. In der Visionierungsphase und bei der Anforderungsdefinition helfen Personas, zielgerichtet ein Produkt bzw. eine Dienstleistung zu definieren.

Organisieren Sie Personeninformationen in einem leicht lesbaren, logischen Format. Abhängig vom Umfang der von Ihnen durchgeführten Benutzer-Recherche und der Art Ihrer Organisation können Personas auf verschiedene Arten erstellt werden. 

Wir bei UXfocus haben eine Vorlage, als Basis für die von uns entwickelten Personas, erstellt. Diese möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Jetzt einfach downloaden!

Vorschaubild Template Persona

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